Anzuchtanleitung
- Die Anzuchttöpfe (ca. 6 x 6 cm) zu ca. 2/3 mit Erde befüllen. Am besten eignen sich qualitativ hochwertige Töpfe aus Plastik, die man mehrere Jahre verwenden kann. Ich verwende spezielle Anzuchterde, die genau auf die Bedürfnisse der Jungpflanzen abgestimmt ist (keim- und nährstoffarm).
- Mit Hilfe einer Pinzette oder eines Zahnstochers vorsichtig 1-2 Samen pro Topf, ca. 2-5 mm tief in die Erde legen.
- Anschließend die eingesetzten Samen leicht mit Erde bedecken. Am besten verreibt man ein wenig Erde mit den Fingern über den Samen und drückt die Erde leicht an. Ich empfehle auch, die Tomaten gleich beim Aussäen mit Hilfe von Beschriftungsschildern zu kennzeichnen, um sie später nicht zu verwechseln. Sobald die Samen mit Erde bedeckt sind, leicht von oben am besten mit einer Sprühflasche befeuchten. Achtung: die Erde muss feucht, darf jedoch nicht tropfnass sein!
- Zum Schluss den Deckel der Anzuchtbox aufsetzen, damit sich ein feucht-warmes Klima entwickelt und die Samen auskeimen können. Hat man keine Box zur Hand, so kann man auch Frischhaltefolie über die Töpfe legen oder spannen.
Während des Keimens sollte die Anzuchtbox jeden Tag kontrolliert und der Deckel kurz abgenommen werden, damit ein Luftaustausch stattfinden kann. Die Erde muss ausreichend feucht gehalten werden und darf nicht austrocknen, da der Keimvorgang sonst unterbrochen wird und der Keim abstirbt. Bei einer Temperatur zwischen 23-25 Grad erscheinen nach 5-14 Tagen die ersten Keimlinge, die jeweils zwei Keimblätter ausbilden. Achtung: Sobald die Samen ausgekeimt sind, sollte die Temperatur auf ca. 18 -20 Grad heruntergesetzt werden.
Wenn die Pflanzen nach dem Auskeimen lang und dünn werden, ist das ein Anzeichen dafür, dass sie nicht ausreichend und gleichmäßig Licht erhalten. Man nennt dies „vergeilen“. Nach dem Auskeimen müssen die Pflanzen unbedingt sehr hell stehen.

Der geeignete Standort für Tomaten ist sonnig und geschützt. Generell ist empfiehlt sich, die Tomaten im Freiland zu überdachen, da die meisten Tomatensorten sehr empfindlich gegenüber Wasser von oben sind. Dennoch gibt es auch Sorten, die für das Freiland geeignet sind.
Auch diesmal sollte man die Tomatenpflanzen wieder ein gutes Stück tiefer in den Boden setzen als sie vorher im Topf saßen. Im Topf oder Kübel, wo die Tiefe des Bodens begrenzt ist, kann man die Tomatenpflanzen auch schräg einpflanzen, damit sich noch mehr Stiel unter der Erde befindet und noch mehr neue Wurzeln wachsen können. Das macht den Stand der Pflanze stabiler und sorgt dafür, dass sich die Pflanze gut selbst mit Wasser und Nährstoffen versorgen kann. Das Geheimnis einer gesunden Tomatenpflanze liegt in ihrem Wurzelwachstum begründet: Je mehr Wurzelmasse eine Tomatenpflanze ausbildet, desto weniger leidet sie an Mangelerscheinungen. Oft sind dringend benötigte Mineralstoffe im Boden vorhanden, nur kann sie eine Pflanze mit verkümmerten Wurzeln nicht aufnehmen – ein zusätzliches Düngen würde hier nichts bewirken.
Zu den Aufgaben gehört nun neben dem Gießen und Düngen auch das Ausgeizen: Unter diesem Begriff versteht man das Entfernen von jungen Trieben (Geiztrieben), die in den Blattachseln der Tomatenpflanze wachsen. Durch das Ausgeizen werden die Triebe und Fruchtansätze der Tomatenpflanze reduziert und somit sichergestellt, dass die Tomatenpflanze ausreichend versorgt wird und später schöne, große Früchte ausbildet. Aber Achtung: Nicht alle Tomatensorten werden ausgegeizt. Bei Busch-, Strauch- und Wildtomaten entfällt das Ausgeizen. Im Laufe der Saison werden alle unteren Blätter bis zum ersten Fruchtansatz entfernt. Das sorgt für eine gute Belüftung und damit für ein schnelles Abtrocknen des Laubes. Außerdem schafft man so einen größeren Abstand zwischen Blatt und Boden und das ist sehr wichtig, da die meisten Tomatenkrankheiten ihren Ursprung im Boden haben; zum Beispiel durch dort befindliche Pilzsporen.

Ich dünge meine Tomatenpflanzen im Freiland generell sehr wenig: etwa drei Mal pro Jahr bekommen sie eine stark verdünnte Brennnesseljauche oder, ebenfalls stark verdünnt, den Sickersaft unseres Küchen-Bokashis. Beides ist völlig natürlich. So ernte ich geschmackvolle Tomaten und keine unnatürlich wässrigen Früchte, denn solche gibt es leider schon zuhauf.
Viel Freude und Erfolg!