Das Projekt

Inspiration und
Beginn der Sammlung

Inspiriert durch einen Fernsehbeitrag Anfang der 2000er Jahre, in dem eine Dame erzählte, dass sie viele alte Tomatensorten anbaue und diese auch zeigte, war ich von den Farben und Formen absolut fasziniert. Tomaten kannte ich nur rot und mehr oder weniger rund.

Die ersten Samen waren schnell organisiert und mit jeder Ernte wuchs die Faszination für diese überbordende, aber auch leider stark bedrohte Vielfalt.

Die richtige Tomate - Das Projekt - Vielfalt
Die richtige Tomate - Das Projekt - Vielfalt
Mittlerweile sind es fast 1000 Sorten, die ich in meiner Sammlung aufbewahre. Das Bewahren ist hier wörtlich gemeint, denn es handelt sich um viele leider sehr selten gewordene Sorten, die nur dadurch noch existieren, dass sie jemand bewahrt und weiter angebaut hat. Das ist mir immer wieder sehr wichtig zu erwähnen: Diese alten Sorten sind nichts anderes als eines unserer Kulturgüter. Viele Generationen vor uns haben durch gezielte Kreuzung und Selektion diese Sorten geschaffen.

Ich selbst züchte keine neuen Sorten, ich bewahre lediglich die alten. Warum und wie ich dies tue, möchte ich im Folgenden erläutern.

Die Vielfalt der Tomatensorten

Es gibt schätzungsweise 11.000 unterschiedliche Tomatensorten auf der Welt. Sie unterscheiden sich in Form und Farbe, Geschmack, Reifezeit, Robustheit, Größe, Krankheitstoleranzen und vielen weiteren Parametern. Diese Vielfalt ist aber keinesfalls nur eine Zierde und nett anzuschauen. Sie ist vielmehr sogar überlebensnotwendig in Zeiten sich wandelnden Klimas und extremer werdenden Wetterereignissen.

Einige Sorten vertragen mehr Feuchtigkeit, andere sind trockentoleranter, wieder andere gedeihen in kühlen Sommern besonders gut und andere in heißen Sommern. Es gibt also für jedes Jahr und für nahezu jeden Platz und fast für jedes Klima die richtige Tomate.

Und so verhält es sich auch bei den Geschmacksrichtungen: der eine mag die Gallerte in den Tomaten nicht, der andere möchte seine Tomate sehr süß, wieder andere mögen die Früchte intensiv würzig und andere schätzen eine erfrischende Säure. Bei 11.000 Tomatensorten können Sie sich sicher sein, dass für jede und jeden die richtige Tomate dabei ist.

Sie merken, wie wichtig der Erhalt dieser Vielfalt ist. Eine ausgestorbene Sorte bleibt samt ihres Erbgutes für immer und unwiederbringlich verloren.

Tomatendach und Permakultur im Umweltgarten

Seit 2020 habe ich mit meinem 72 Quadratmeter großen Tomatendach einen festen Platz im Umweltgarten in Neubiberg gefunden. Dort baue ich jedes Jahr etwa 150 verschiedene Tomatensorten an. Es sind immer andere Sorten als im Jahr zuvor und so rotiert die Sammlung ständig. Die Sorten, die am längsten nicht mehr angebaut wurden, werden im nächsten Jahr wieder ausgesät und so weiter.

Die Tomaten wachsen hier nicht in einer Monokultur, sondern nach den Regeln einer modernen und moderaten Permakultur gemeinsam mit vielen anderen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen.

Gegossen werden die Pflanzen ausschließlich mit Regenwasser, das ich mit Hilfe des Tomatendaches auffange und in Gartenfässern sammle. Dieses ressourcensparende und nachhaltige Gärtnern liegt mir sehr am Herzen. Durch dieses ausgeklügelte System ist die Anlage völlig autark, unabhängig von Wasser- und Stromanschluss und könnte letztendlich überall aufgebaut werden.