Samengewinnung
Es lohnt sich also und zudem erhalten Sie so die wunderbare Vielfalt, die uns sonst leider zusehends verloren geht.

Jetzt müssen Sie nur noch die Samen samt der Gallerte entnehmen und in ein mit Wasser gefülltes Glas geben. Ich verwende zum Auskratzen der Samen den Stiel eines Kaffeelöffels. Dünne Holzspatel oder ähnliches funktionieren aber genauso gut.
Die Gallerte mit den inliegenden Samen rührt man nun gut um und lässt sie etwas stehen. Meist löst sich die Gallerte bei 24 Stunden im Wasser bei Raumtemperatur auf. Hier ist allerdings etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn manche Sorten neigen zu einem sehr schnellen Keimen im Wasser. Wenn man sieht, dass nach 24 Stunden bereits Samen begonnen haben zu keimen, dann können Sie diesen Ansatz komplett entsorgen. Hintergrund ist, dass die restlichen Samen, bei denen man noch keinen Keim sieht, recht sicher ebenfalls schon mit dem Keimen begonnen haben und nach dem Trocknen nicht mehr keimen würden.
Hier muss man also etwas beobachten und die Samen mancher Sorten bereits nach 12 Stunden aus dem Wasserbad nehmen und andere vielleicht erst nach 36 Stunden, weil die Gallerte lange Zeit die Samenkörner fest umschießt.
Es sei noch eine Sache zum Fermentierungsvorgang der Samen und der Gallerte im Wasserglas zu sagen: Es ist völlig normal, dass das Wasser in dieser Zeit trüb wird. Es ist auch völlig normal, dass sich eine Haut auf dem Wasser bilden kann und selbst wenn ein weißer Belag (das sind verschiedene Hefen) entsteht, ist das überhaupt nicht schlimm. Man kann den Anblick durch Umrühren etwas erträglicher machen, aber es zeigt lediglich, dass der Fermentationsprozess im Gange ist, den wir herbeiführen möchten.
Die so gewonnenen Samen sind bei fachgerechter Lagerung (kühl und dunkel) mindestens 5 Jahre keimfähig – meist jedoch deutlich länger!
Viel Freunde und Erfolg beim Bewahren dieser Vielfalt!